RSV Einbeck e.V. von 1911

Historisches

1965 wurde auf der Hauptversammlung des Radsportvereins 1911 Einbeck von seinem damaligen Vorsitzenden, Gerhard Riekers, die Sparte Rollsport aufgenommen und in der Satzung verankert. Man rührte die Werbetrommel und siehe da: Es meldeten sich viele Interessierte.
Vom Tuspo Göttingen wurde ein junger Mann, Bernd Pewny, zur Ausbildung der Rollsportwilligen verpflichtet. Die Kinder liefen zunächst mit ihren Straßenrollschuhen in der Turnhalle am Langen Wall. Sie übten fleißig Kürelemente auf dem Linoleumfußboden.

Im November 1965 fand ein großes Schaulaufen mit über 100 Aktiven statt. Die Turngeräte wurden zu diesem Zweck aus der Halle geschafft und Stuhlreihen aufgestellt. Ein "Musikmeister" bediente das Tonbandgerät, und viele hübsche Kostüme waren genäht worden. Die damalige Vereinskleidung bestand aus einem mittelblauen, ärmellosen Gymnastikanzug über weißer Bluse mit weißem Faltenrock darüber.
Inzwischen waren die Straßenrollschuhe durch Stiefel mit festem Gestell und Holzrollen ersetzt.
Der schnelle Aufstieg der Rollsportabteilung glich einer Seifenblase, die zerplatzte, als der Trainer den Verein verließ. Es waren finanzielle Schwierigkeiten entstanden, und die Vereinsführung wechselte nach dem Rücktritt von Gerhard Riekers in die Hände von Friedrich-Wilhelm Almstadt. Erst jetzt trat der Verein der Dachorganisation, dem Niedersächsischen Rollsportverband, bei. Dieser empfahl der Vereinsführung als Trainerin Christiane Schaper aus Celle. Die Zahl der Aktiven war kleiner geworden, denn bei vielen war der erste Enthusiasmus verflogen.
Das neue Training umfasste nun auch das Pflichtlaufen. Es wurden die Bögen auf dem Hallenfußboden aufgemalt. Zuerst war es eine etwas quälende Beschäftigung. Nebenbei pflegte die neue Trainerin, die meistens nur l Wochenende im Monat dem Verein zur Verfügung stand, das Kürlaufen mit viel Sachverstand weiter, da auf diesem Gebiet ihr besonderes Talent lag. Auch mit dem Rolltanz wurde unter Christiane Schaper begonnen, und das alles in der kleinen Turnhalle am Langen Wall.

1968 trat die Stadt Einbeck an den RSV heran, einen Auftritt in der französischen Patenstadt Thiais zum Pfingst-Treffen 1969 vorzubereiten. Voller Eifer ging die Rollsportabteilung an diese Aufgabe, und es wurde ein ansprechendes Programm auf die Beine gestellt mit vielen Tänzen und dem "Schottischen Marsch", der lange Jahre zu jedem Schaulaufen dazugehörte.
Fröhlich und gut vorbereitet fuhren die jungen Rollsportler mit ihrer Trainerin Christiane Schaper und zwei Müttern als Betreuerinnen in die Patenstadt, wo sie in der Kantine auf einem Fliesenboden dem französischen Publikum ihr Programm darboten. Stürmischer Applaus belohnte die jungen Einbecker Rollkunstläufer.

1970 wurde die Turnhalle der Pestalozzischule am Langen Wall modernisiert, die Balustrade wurde herausgerissen, ein Geräteraum angebaut und der Hallenboden mit PVC-Belag versehen.
Das war für die Rollsportler eine neue Problematik, denn auf diesem Fußboden durften sie nicht mit den Holzrollen laufen. Die Contirolle hatte die richtigen Eigenschaften und sie passte zum Glück auch auf die Achsen der bisherigen Gestelle, wenn man geschickt zu montieren verstand. Die Pflichtbögen und Schlingen waren nun in den Fußboden eingeschweißt.
Inzwischen musste der Verein auf Christiane Schaper als Trainerin verzichten, die durch ihr Studium nicht mehr kommen konnte. Eine kurze Gastrolle im Trainingsbetrieb gaben dann Heide Eckelmann, die aus Bockenem zu uns kam, und Margit Grünbeck aus Göttingen, die uns etwas weiter halfen.
Im Großen und Ganzen hielten sich die jungen Rollsportler selbst recht und schlecht über Wasser. Monika Lovasz und Annette Ziegenhagen versorgten den Rollsport und Marie-Luise Ziegenhagen machte Allgemeinsport.
Die Aktiven waren auf ein kleines Häuflein zusammengeschrumpft. Als erste von diesen hatten im Oktober 1970 Annette Ziegenhagen und Christian Meineke die Pflichtklasse 4 bestanden, und die beiden absolvierten am gleichen Termin auch den kleinen Bronzetest mit Monika Lovasz zusammen.
Von den ehemaligen Mitgliedern kaufte der Verein Rollschuhe auf und legte sich so einen Bestand an Leihrollschuhen zu, damit wieder neue Mitglieder geworben werden konnten. Marie-Luise Ziegenhagen war inzwischen Sportwartin geworden. Sie inszenierte 1971 das erste Märchen auf Rollen "Schneewittchen". Ein Erfolg, der neue Mitglieder brachte!
Die Freude am Rolltanzen war geblieben. Der Verein hatte ein junges Rolltanzpaar Annette Ziegenhagen/Christian Meineke aufzuweisen. Doch die Trainingsmöglichkeiten für Tanzen waren nur gering, gelegentlich förderten Edda Seisselberg, Celle, und später Heidi Grote, Hannover, dieses Paar.
1972 konnte der Verein für den Rollkunstlauf eine neue Trainerin für die Ausbildung sonnabends gewinnen: Frau Hein-Fennrich. Sie arbeitete mit Annette Ziegenhagen zusammen. Letztere leitete das übrige Training, den Rolltanz und studierte die Schaulaufen ein. Es begann eine fruchtbare gemeinsame Arbeit über Jahre hinaus. Die Zahl der Aktiven wuchs, und die Einbecker Rollsportler eroberten sich allmählich einen guten Namen im Niedersächsischen Rollsportverband. 1975 übernahm Doris Godlinski die Funktion der Sportwartin und Marie-Luise Ziegenhagen ging in die Vorstandsarbeit.
Gemeinsame Erfolge bei den Wettkämpfen und den schließlich alljährlich stattfindenden Schaulaufen schweißte alle Verantwortlichen und Mitglieder zusammen. Die gemeinsame Arbeit ließ die Zeltlager in Hameln, die Ausrichtung der Wettbewerbe um den Wilhelm-Horz-Pokal, eine Vereinsmeisterschaft, und die Sommerfeste hervorragend gelingen.

Einbecker Rollsportler nahmen an vielen Landesmeisterschaften, an Norddeutschen Meisterschaften, an Vergleichskämpfen Niedersachsen-Berlin, an Schaulaufwettbewerben, an Deutschen Meisterschaften, an der Deutschen Jugendmeisterschaft, an einer Jugend-Europa-Meisterschaft, an einer Junioren-Meisterschaft und dem Tanzturnier "Darmstädter Löwe" teil, Namen wie Annette Ziegenhagen, Christian Meineke, Birgit Honroth, Jörg Godlinski, Sibylle Sommerlatte und Jörg Binnewies wurden bekannt. Das Schaulaufen in der Vorweihnachtszeit war längst zu einer beliebten Veranstaltung im Einbecker Sportgeschehen geworden.
Auch die mehrfach abgehaltenen Feriensportkurse im Rollkunstlauf, die von der Regierung Braunschweig veranlaßt worden waren, erfreuten sich großen Zulaufs. Nach der Ausbildung von Annette Ziegenhagen zur Diplom- Trainerin im Rollkunstlauf in Köln stellte diese ihr erlerntes Können noch mehr in den Dienst des RSV. Sie wurde von der Sportwartin Doris Godlinski, die 1984 ihren Fachübungsleiter im Rollkunstlauf erworben hatte, in allen Vorhaben unterstützt.
Nach 10-jähriger Tätigkeit legte Doris Godlinski ihr Amt als Sportwartin nieder. Fortgeschrittene Läuferinnen wie Birgit und Ilonka Honroth, Steffi Sauter und Sibylle Sommerlatte wuchsen allmählich in die Trainingsarbeit hinein.

 
 

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